6 Tipps für das Fischen mit dem Carolina Rig, im Winter.

Tipp 1 Die Schnur

Aufgrund des langsamen Führungsstils im Winter befindet sich beim Fischen mit dem Carolina Rig ein großer Teil der Schnur knapp über Grund. Also auch direkt über scharfkantige Steine und Muscheln. Denn dort halten sich die alten Streifenritter aufgrund ihrer Lieblingswinterbeute, den Krebsen, am liebsten auf. Da geflochtene Schnüre Muscheln oder scharfkantige Steine nicht gut verkraften, macht ein langes Gleitstück/Abriebschutz direkt an der Hauptschnur Sinn. Das Gleitstück, auf dem das Gewicht frei läuft, ist bei mir mindestens 0,40 mm dick. Die Länge des Gleitstückes ist ca. 1 bis 1,5 Meter lang. Als Material bevorzuge ich Fluorocarbon, nicht wegen der geringen Sichtbarkeit, sondern aufgrund der Materialhärte. Dennoch sollte man dieses Stück immer mal wieder kontrollieren. Einen großen Fisch aufgrund schadhafter Schnur zu verlieren, ist nicht das, was wir uns wünschen.

Tipp 2 Das Gewicht/Bullet

Das Wurfgewicht des Carolina Rigs ist ein so genanntes ‚Bullet Weight‘, benannt nach seiner Gewehrkugel Form. Dieses kann aus unterschiedlichen Materialen bestehen: Blei, Edelstahl, Wolfram sind die Gängigsten. Ich empfehle Bullet Weights aus Wolfram (Tungsten) zu verwenden. Das Material hat die höchste molekulare Dichte und somit das kleinste Volumen im Verhältnis zum Gewicht. Was auch für die Materialhärte spricht, die ist deutlich höher als bei den anderen Materialen, wie Blei oder Edelstahl. Dadurch bekommen wir beim Fischen ein deutlich besseres Gefühl von der Beschaffenheit der Bodenoberfläche des Gewässers.

Das Gewicht des Bullet Weight hat fast gar keinen Einfluss auf den Köderlauf. Deshalb macht es im Gegensatz zum Angeln mit Gummifisch keinen Sinn, das Gewicht so leicht wie möglich zu wählen. Mit 7-10g liegt man fast immer richtig. Außer bei starkem Wind und bei weiten Würfen, da kommt man mit 14g besser zurecht. In Extremfällen (z.B. bei Seitenwind + Strömung) verwende ich sogar ein Bullet Weight bis 20g, das ist aber eher die Ausnahme. Aufgrund des hohen Gewichts des Bullet, ist die Bisserkennung deutlich schwieriger. Manchmal spürt man nur einen leichten Widerstand am anderen Ende, schnelles Reagieren ist hier gefragt, sonst ist der Barsch wieder weg.

Tipp 3 Das Vorfach

Die Länge des Vorfaches ist eher eine Glaubensfrage, so denken viele. Wägen wir mal die Vor- und Nachteile der Vorfachlänge ab. Je kürzer das Vorfach, desto direkter die Köderführung. Ist das Vorfach zu kurz, muss man damit rechnen, dass der Fisch das Gewicht des Bullet Weights bemerkt und den Köder schnell wieder ausspuckt. Bei einem zu langen Vorfach haben wir es mit der Bisserkennung sehr schwer. Einen direkten Anbiss spürt man kaum bis gar nicht.

Ein gutes Mittelmaß ist hier häufig erfolgreicher. Die Vorfachlänge sollte unter normalen Bedingungen zwischen 50 und 60cm liegen. Falls die Fische nicht so wollen, habe ich immer ein paar länger Vorfächer (+/- 90cm) und ein paar mit dünnerem Schnurdurchmesser dabei. Die Standard-Vorfachstärke habe ich auf 0,28mm festgelegt. Hauptsächlich knüpfe ich meine Vorfächer aus Fluorocarbon, da meine HotSpots oft an Steinschüttungen oder Muschelbänken liegen.


Tipp 4 Der Köder

Welcher Köder eignet sich am besten im Winter auf dicke Barsche, den wir mit dem Carolina Rig anbieten können? Naja, eigentlich die, die euer Vertrauen haben. Das können Shads (Gummifische) oder Craws (Krebsimitate) sein. Man sollte immer ein Ass im Ärmel haben, deshalb habe ich immer beides mit. Wichtig finde ich, dass sich die Köder leicht bewegen, auch wenn wir sie kaum animieren. Sie müssen daher sehr weich sein. Nach meiner Erfahrung ein entscheidender Faktor bei den großen Barschen, wenn sie nicht aktiv nach Beute suchen. Ein weiterer Pluspunkt bei Krebsimitaten (Craws) sind die sich bewegenden twisterartigen Beinchen oder Scheren. Im Winter stehen die großen Barsche sehr häufig auf wenig Bewegung, aber irgendwas sollte sich leicht bewegen oder vibrieren, um einen Reiz zu senden.

Bei der Ködergröße wähle ich bei Krebsen zwischen 4“ & 5“. Das sind gute Happen und immer  willkommen bei den großen Barsche. Im Sommer hingegen setze ich auf kleinere Größen. Aber im Winter bleibt mein Leitsatz: große Köder = große Fische.

Tipp 5 Die Technik

Das Wichtigste beim Fischen mit dem Carolina-Rig ist… Slowmotion!!! ich kann es nicht oft genug betonen. Je langsamer ich das Rig fische, je mehr Pausen ich einlege… desto mehr Bisse bekomme ich auf das Carolina Rig. Ich hole das Rig einfach nur ein, so dass das Bullet über Grund schleift oder kurz über Unebenheiten wie Muscheln oder Kies springt – worauf eine kurze Pause folgt. Gefischt wird ausschließlich über die Rolle, so bekommen wir besser den Anbiss mit. Im Winter wechsle ich auch den Spot nicht so häufig wie im Sommer, manchmal muss man die Fische am gewählten Spot regelrecht überreden. Nur dann sollte man vorbereitet sein. Wenn eine Attacke folgt, muss alles andere wie von selbst laufen, …bis zur Landung des großen Fisches.

Tipp 6 Winterspots

Winterspots sind bei mir fast dieselben wie im Sommer. Muschelbänke sind und bleiben meine Favoriten, gefolgt von Häfen/Marinas, Kiesbänke und Steinschüttungen. Ich fische meist nicht tiefer als 4 Meter vom Ufer. Tiefer ist bei großen Barschen auch nicht nötig. Anders als die kleineren Barsche, die sich im Schwarm in Richtung Tiefe begeben, bleiben große Barsche den gesamten Winter durch aktiv und gehen auf Futtersuche, um ihre Energiereserven (mehr Masse benötigt mehr Energie) immer wieder auf zu füllen. Hauptnahrung sind leicht zu erbeutende Krebse, die viel Protein besitzen. Das sind jetzt richtige Powerriegel für die Barsche. In Häfen oder Marinas können auch kleinere Fische auf dem Speisezettel stehen. Wer meint, dass sich die großen Barsche im Winter in die Tiefe verziehen, verpasst die beste Großkirschenzeit der Saison.

Extra Tipp: Zum Transport eurer Rute mit montiertem Rig, beim Spotwechsel.

Damit das Gewicht/Bullet nicht dauernt an die Rute schlägt, einfach das Bullet locker um den Blank wicklen.