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Angelspaß pur, im Urlaub mit Miniködern und ‚Light Tackle‘.

Light Rockfishing am Mittelmeer

Tackle

Der Jahresurlaub im Süden ist geplant und die Angelei soll natürlich auch nicht zu kurz kommen. Als eingefleischter Spinnangler möchte man ja nicht auf seine Kunstköder verzichten. Aber oft scheitert das Vorhaben schon in der Planung. Was brauche ich, welche Fischart kann ich dort erwarten. Schlussendlich werfen viele Angler nach den ersten Planungsversuchen das Handtuch und der Urlaub endet auf der Liege am Strand. Das muss nicht sein, denn auch ohne viel Vorkenntnisse und speziellem Tackle kann der Spinnangeltrieb befriedigt werden. Man benötigt nicht viel, vor allem nicht viel Platz im Koffer. Was man(n) auch als Vorteil zur Diskussion über die Mitnahme von Angelgerät gegenüber der Ehefrau nutzen kann. Aber nicht nur zu diesem Vorteil, ich bin nicht gerade Fan davon in wärmeren Regionen einen schweren Angelrucksack mit sich herumzuschleppen. Um das Tackle zu transportieren reicht mir schon die Seitentasche meiner kurzen Hose. Eine kleine, gut gefüllte Minitacklebox, zwei Spulen mit Fluorocarbonvorfach in unterschiedlichen Stärken, eine Schere und eine kleine Lösezange reichen zum Light Rockfishing völlig aus. Eine zwei- oder mehrteilige, leichte Spinnrute von 1,80 – 2,10m und eine kleine Rolle bespult mit ca. 6 kg tragendem Geflecht bespult runden das „Light Rock Tackle“ ab und passen locker in jede Reisetasche.

Köder

Da ich ein Hardbaits Nerd bin, kommen bei mir unter anderem kleine Minnows, Popper oder Vibrationbaits (Lipless Crankbaits) von rund 2-3cm ans Band. Sprich die Rute darf daher keine allzu schnelle Aktion besitzen, „regular“ bis „regular fast“ sind ideal um die kleinen „Hartplastikbaits“ entspannt und  zielgerichtet führen zu können. Zum Schutze der geflochtenen Schnur knote ich noch ein ca.1m langes Stück Fluorocarbon an. Das Fluorovorfach schützt nicht nur, es puffert auch die relativ starken Fluchten der kleinen Räuber ab, man unterschätzt die kleineren Warmwasserräuber leicht in Punkto Kampfkraft am leichten Gerät. Somit sollte auch die Bremse der Rolle zuverlässig arbeiten und ruckfrei Schnur abgeben. Eine hakelige Bremse provoziert eher Drillaussteiger und im schlimmsten Fall führt sie zum Schnurbruch. Fischt man direkt am offenen Meer, wo man auch mit größeren Fischen rechnen muss, ist es anzuraten die kleinen Drillinge gegen stärkere Einzelhaken zu tauschen. Die oft dünndrahtigen Drillinge biegen schnell auf, wenn man die größeren Exemplare im Drill härter rannehmen muss. Ich ersetzte lieber gleich alle Drillinge durch passende Einzelhaken, um mich im Urlaub nicht über verlorene Fische zu ärgern. Für die kleinen Hardbaits reichen Einzelhaken der Größe 4 – 6, spezielle Einzelhaken mit parallel liegendem, großem Ör erleichtern einem die Montage. Einige Hersteller bieten sogar passende Einzelhaken zum Köder an. Wichtig, die Haken müssen nadelscharf sein, Meerbrassen besitzen ein sehr knochiges Maul.

Spots

Kommen wir zur spannenden Frage, wo finde ich gute Spots mit wenig Ortskenntnis? Wer den Aspekt „ Natur genießen“ bevorzugt, kann sich an einer Felsenküste auf starke Fische freuen. Hier  gehen im Durchschnitt größere Exemplare an den Haken als wie z.B. im Hafen, man muss jedoch etwas Geduld mitbringen. Die Fische ziehen umher und sind nicht an jedem Spot gleich stark vertreten. Um öfters Erfolg zu haben empfiehlt es sich mobil zu bleiben und sich nicht nur an einem Felsen festzubeißen. Am offenen Mittelmeer ist bewegtes Wasser ein wichtiger Aspekt um Fisch zu fangen, bei spiegelglatter See sind die kleinen/großen Räuber oft misstrauisch und schwimmen den Ködern oft nur hinterher. Wer schnell zum Drillspaß finden möchte, sollte Flussmündungen und Häfen genauer unter die Lupe nehmen. Im Sommer ist das Flusswasser meist etwas trüber und weckt bei den Fischen im Mündungsbereich weniger Misstrauen. Hier sind meist die frühen Morgenstunden bei Sonnenaufgang und die späten Abendstunden am effizientesten. Im Hafen sind eigentlich überall Fische unterwegs und lassen sich gut überlisten. Am Tage gilt die Regel: Je tiefer wir den Köder anbieten, desto größer werden die Fische! Große Meerbrassen halten sich über Tag mehr in Grundnähe auf. Ein Bonusspot an größeren Häfen ist ein angrenzender Fischereihafen.

Wenn dort die Schiffe nach der Fangfahrt gesäubert werden, ist der Spot mehr als „heiß“. Die über Board gehenden Fangreste ziehen eine Fülle von Fischen an, ein wahres Fressgelage für jede Art von Flossenträgern. Aufgrund des oftmals klaren Wassers der Häfen sind die meisten Fische nicht einfach zu verhaften. Ein langes Vorfach aus 0,23mm Fluorocarbon bringt uns ein Stück näher zum Fangerfolg. Im Gegensatz zur offen Küste bzw. den Flussmündungen müssen wir hier mit allen Widrigkeiten rechnen, deshalb darf hier das Fluorocarbon-Vorfach nicht zu dünn gewählt werden. Mit einem Durchmesser von 0,40mm sind wir auf der sicheren Seite, falls mal ein größerer Räuber zupackt. Man sollte sich nicht wundern, große Wolfsbarsche oder Bluefish attackieren häufig auch kleinere Köder. Vor allem in den Flussmündungen ist mit großen Räubern zu rechnen, da sie bei dem meist trüben Wasser gute Deckung finden. Ein kleiner Nachteil beim Bluefish sind die extrem scharfen Zähne, hat er den Köder voll inhaliert macht er mit einem 0.32mm Fluorocarbonvorfach kurzen Prozess. Entweder man wechselt auf ein dünnes Stahlvorfach oder man wechselt den Angelplatz wenn sich raubende Fische nähern. Ich würde eher zum letzteren raten, denn große Bluefish gewinnen meist den Kampf am leichten Spinngerät. Die Fülle der Fischarten für das ‚light rock fishing‘ ist im Mittelmeer schier unerschöpflich von Drachenköpfen, über Meerbrassen, Hornhechten… .

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