Forellen Kompass
(Forellen in natürlichen Gewässern: kleine Flüsse, Bäche)

Die Forelle gilt als Einsteigerfisch, möchte man mit dem Spinnfischen beginnen. An unzähligen Forellenteichen in unserem Land kann man die ersten Schritte in die Spinnangelei erproben. Da an diesen Teichen keine Schonzeiten herrschen, kann man dort das gesamte Jahr angeln. Hier mit dem Spinnangeln zu beginnen, macht die Aussicht auf einen leckeren Fisch sicherlich sehr wahrscheinlich.

Da bei mir der Faktor Natur allerdings eine große Rolle spielt, möchte ich euch im Forellenkompass eher das Angeln auf die Forelle in kleinen Flüssen und Bächen näherbringen.

Ausrüstung für Forelle

Rute        

Kleine Faustregel:
kleine Gewässer / Bach, kurze Ruten +/- 1,80 – 2m.
Größere Gewässer / mittlerer Fluss, längere Ruten +/- 2,40.

Um eine gewisse Wurfdistanz überbrücken zu können und den Köder noch kontrolliert führen zu können, sind Spinnruten um die 2m ideal. Längere Ruten kommen eher bei mittleren Flüssen zum Einsatz. Hier bewegen sich auch meine Forellenruten, also zwischen 1,80m und 2,40m. Sie besitzen eine schnelle aber nicht zu harte Aktion, da ich viel mit Wobblern und Spinnern fische. Sprich, mit Ködern, die aufgrund der Flussströmung mit viel Gegendruck kämpfen müssen. Um die Köder so natürlich wie möglich zu präsentieren, muss die Rute schon eine weichere Aktion besitzen. Im Gegensatz zu den Spinnruten für Barsch, Zander und Hecht, die dürfen eher straffer ausfallen.

Schnur

Fragt man mehrere Experten, bekommt man meist unterschiedliche Antworten. Wie in allen Bereichen unseres täglichen Lebens. Ich habe mittlerweile alle Variationen ausprobiert und alle sind für das Forellenangeln im Fließgewässer hervorragend geeignet. Wir sprechen hier über geflochtene Schnüre wie auch monofile Schnüre, inklusive Schnüre aus Fluorocarbon. Je nachdem, was ihr gerade auf die Rolle gespult habt. Da wir hier eine weichere Rute fischen, spielt die Schnurwahl eine untergeordnete Rolle. Als Hauptschnur verwende ich Schnüre mit einer Tragkraft um die 6kg. Da ich gern auf der sicheren Seite stehe, verwende ich ein Vorfach, das nur unwesentlich dünner ist. Beißt mal ein anderer kampfstarker Fisch, wie die Barbe, habe ich eine größere Chance den Fisch auch zu landen.

Vorfach

In Fließgewässern fische ich immer das gleiche Vorfach, ganz nach dem Motto „so dick wie nötig, so dünn wie möglich“. Sprich, um den Hindernissen (Steine, Äste, etc.) im Wasser zu trotzen, fische ich ein Fluorocarbon-Vorfach von ca. 4kg Tragkraft mit einem Durchmesser von 0,23mm. Hängt der Köder mal an einem solchen Hindernis, habe ich hier eine größere Chance ihn auch wieder frei zu bekommen. Die befürchtete Scheuchwirkung aufgrund der Dicke der Schnüre ist gleich Null. Selbst größere, erfahrene Fische gingen trotz vermeintlich dicker Schnur an den Köder.

Rolle

Ich fische klassisch mit einer 2500er Spinnrolle. Da meine Forellen-Ruten ziemlich leicht sind, kommt das Gewicht der Rolle bestens hin. Alles bleibt ausgewogen und ermöglicht ein ermüdungsfreies Fischen den gesamten Tag.

Köder

Meine bevorzugten Köder sind kleiner Gummifisch (3-5cm) + Jigkopf  5-15g, je nach Tiefe des Gumpens (als Gumpen bezeichnet man die ausgespülten Vertiefungen in z.B. den Außenkurven von Bächen und kleinen Flüssen). Kleine Jigspinner zwischen 5 und 10g sind immer ein guter Köder, um auch weit abstehende Forellen zu erreichen. Der klassische Spinner (Größe 3) kommt immer zum Einsatz, wenn ich das Gewässer erkunde. Er ist deutlich günstiger als ein Wobbler, sollte man ihn mal verlieren. Als vierten Köder bevorzuge ich kleine Wobbler zwischen 5 und 9cm. In je einer sinkenden (sinking) und einer schwimmenden (floating) Ausführung. Warum eine sinkende und eine schwimmende Ausführung? Die sinkende Variation läuft deutlich stabiler in der harten Strömung. Die schwimmende Variante kommt zum Einsatz, wenn ich den Hotspot (den vermuteten Unterstand) nicht sicher werfend erreichen kann. Dann lasse ich lieber den schwimmenden Wobbler dorthin treiben, um nicht Gefahr zu laufen, ihn durch einen Fehlwurf in Ästen von Bäumen oder Sträuchern zu bugsieren.

Jahreszeiten

Frühling

Direkt nach der Schonzeit ist für mich die beste Zeit den Forellen nachzustellen. Wenn die frostigen Nächte weichen, kommen die Forellen auf Touren. Und selbst Anfänger können dann wahre Sternstunden erleben. Die Fische stehen im Frühling oft weit verteilt auf der gesamten Fluss-/Bachbreite. Einen Wehrmutstopfen gibt es jedoch im Frühling. In dieser Zeit müssen wir noch vermehrt mit Hochwasser bzw. erhöhtem Wasserstand rechnen. Vor allem zu Beginn der Saison, wenn z.B. die Schneeschmelze einsetzt.

Im Verlauf des Frühjahrs beginnt der Schlupf einiger Insekten. Darauf stellen sich die Forellen größtenteils ein, so dass sie die angebotenen Wobbler, Spinner, Jigspinner etc. oft links liegen lassen. Sprich die Fangausbeute reduziert sich drastisch. Was nicht heißen soll, dass gar keine Forellen mehr auf Spinnköder beißen. Die Ausbeute ist nur deutlich geringer.

Sommer

Im Sommer steigert sich die Fangausbeute wieder deutlich. Dann haben oft die Köder die Nase vorn, die ordentlich Druck und Vibrationen unter Wasser erzeugen. Wie zum Beispiel Spinner, Spinnjigs, oder Minicrankbaits.

Herbst
Im Frühherbst legen die Forellen sich nochmal richtig ins Zeug, man kann dann wahre Sternstunden am Wasser erleben. Alle Köder können jetzt wieder den Fangerfolg bringen.

Spätherbst:
Beginn der Schonzeit in vielen Bundesländern

Winter
Schonzeit in vielen Bundesländern

Gewässertypen

Bach – kleiner Fluss

Warum ich jetzt hier nur auf Bäche und kleine Flüsse eingehe hat damit zu tun, dass in Deutschland Forellen in großen Flüssen nur als Beifang zählen. Ein gezieltes Befischen ist kaum möglich. An Seen oder Talsperren sind Forellen meist nur im Freiwasser unterwegs, Hotspots gibt es daher so gut wie keine.

Am Bach und an kleinen Flüssen stellen sich die Forellen in sogenannten Einständen unter. Meist sind es im Bach/Fluss liegende, große Steine die die Strömung brechen und an denen die Forellen im Strömungsschatten auf Beute lauern. Aber auch umgefallene Bäume oder große Wurzeln sind geeignete Einstände für Forellen. Weitere klassische Einstände sind tief ausgespülte Außenkurven (Gumpen), Rauschen und kleine Wehre.

Bei erhöhtem oder hohem Wasserstand (wenn man noch problemlos ans Ufer kommt) ziehen die Forellen meist an die Ränder der Gewässer und suchen dort nach strömungsarmen Bereichen, wie unterspülte Uferkannten oder großen Bäumen mit starkem Wurzelwerk, das bis ins Wasser reicht.